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Um ein Verständnis dafür zu schaffen, wie fließend der Übergang zwischen Geschichte und Legende ist, sollten einige Angaben zum Leben des Apostels gemacht werden. Jakobus arbeitete als Fischer am See Genezareth (Mk 1, 19). Er wurde zusammen mit seinem Bruder Johannes und dem Brüderpaar Petrus und Andreas zum Jünger von Jesus erwählt. Herodes ließ ihn während des Passahfestes enthaupten. Jakobus gilt somit als erster Märtyrer der Christenheit, was u.a. zu seiner hohen Bedeutung im Christentum beitrug.

 

Um ein Verständnis dafür zu schaffen, wie fließend der Übergang zwischen Geschichte und Legende ist, sollten einige Angaben zum Leben des Apostels gemacht werden. Jakobus arbeitete als Fischer am See Genezareth (Mk 1, 19). Er wurde zusammen mit seinem Bruder Johannes und dem Brüderpaar Petrus und Andreas zum Jünger von Jesus erwählt. Herodes ließ ihn während des Passahfestes enthaupten. Jakobus gilt somit als erster Märtyrer der Christenheit, was u.a. zu seiner hohen Bedeutung im Christentum beitrug. Das Sterbedatum für Jakobus ist spätestens das Jahr 44. Aus dem Todesdatum lässt sich ableiten, dass Jakobus historisch betrachtet kaum bis nach Spanien gereist war, wie es spätere Legenden zu berichten wissen. Es gibt mehrere Legenden wie Jakobus nach Spanien gekommen sein soll. Die wichtigste dieser Legenden wird im Folgenden kurz dargestellt.


Obwohl vieles gegen die Richtigkeit des Grabes spricht, wurde es als das Grab des Apostels bestätigt. Wie konnte es dazu kommen? Will man die Entdeckung des Jakobsgrabes in Galizien verstehen, muss man den historischen Zusammenhang betrachten. In der Schlacht von Jerez de la Frontera besiegen arabische und berberische Truppen die Westgoten und besetzen die Iberische Halbinsel.  Eine Ausnahme bleibt das schwer zugängliche kantabrische Küstengebirge. Nur in diesen Gebirgen können sich die Christen behaupten. Langsam prägt sich bei den Asturiern ein gewisses Sendungsbewusstsein ein, das der Abwehr des Islams und der Rettung der christlichen Kirche gilt. Es ist kein Zufall, dass das Grab des Apostels um 820 n. Chr. in Asturien gefunden wird. Das winzige christliche Königreich benötigt einen starken Beschützer gegen die Mauren und findet diesen im Glauben an den Beistand Jakobus. Der Apostel wird für die Reconquista eingesetzt. So soll der er bei der Schlacht bei Clavijo (844) an der Spitze der asturischen Truppen erschienen sein. Hier hat auch der Name „Matamoros“ (Maurentöter) seine Ursprünge.


Jakobus "Matamoros", der Maurentöter, wird zur spirituellen Symbolfigur der Reconquista, der christlichen Rückeroberung des islamischen Spanien, die sich bald mit der Kreuzzugsbewegung verbindet. Den Reconquistakämpfern gewähren die Päpste denselben Ablass wie den Streitern für die Befreiung des Hl. Grabes in Jerusalem. Wer in der Reconquista kämpfte wie viele französische Ritter -, besuchte das Grab des spanischen Nationalpatrons. Im frühen 11. Jh entschlossen sich King Sancho el Mayor de Navarre and Alfonso VI de León den Pilgerweg südwärts zu verlegen. Dadurch sollten neue Siedler in das Niemandsland zwischen den christlichen Königreichen und den muslimischen Bereichen gelockt werden. Somit diente der Camino als Pilgerweg, dem Zuzug neuer Siedler und der Sicherung der Macht gegenüber den maurischen Ansprüchen.
 

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